Korsika  2006

 

 

 

Wenn wir Erholung  brauchen, ziehen wir uns gerne auf eine vergleichsweise nah gelegene Trauminsel zurück: auf die Ile de Beauté, Korsika.

 

 

Bei trübem Wetter kommen wir in Livorno an, ein mächter Sturm tobt. Ob die Fähre am nächsten Morgen wirklich ausläuft?

 

 

 

Doch die Beladung beginnt pünktlich und wir fahren übers erstaunlich ruhige Mittelmeer südlich an Elba vorbei

 

 

 

auf Bastia zu, wo uns noch mehr Wolken empfangen, als wir in Livorno zurückgelassen haben.

 

 

 

Auf dem Cap Corse wird das Wetter bestimmt nicht besser sein, also versuchen wir unser Glück an der Westküste, und wir fahren über den  Col de Teghime

 

 

nach St. Florent, wo wir endlich mit Sonnenschein empfangen werden.

   

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem Spaziergang durch das noch verschlafene Städtchen beschließen wir, das Cap Corse auf seiner Westseite ein Stück weit nach Norden zu befahren und "unseren" Strand bei Nonza zu besuchen.

 

 

 

Korsika im Mai ist eine Blütenpracht vom Feinsten. Was wir in Deutschland in den Gärtnereien bewundern können, wächst hier einfach am Wegesrand.

 

  

 

 

Oben im Dorf, in Nonza, statten wir dem zentralen Café den obligatorischen Besuch ab und stellen zufrieden fest, daß die Inhaberin immer noch die gleiche ist wie vor 25 Jahren!

 

 

Vom alten Genueserturm erstreckt sich ein wunderbarer Blick übers offene Meer.

 

 

 

Wir wollen noch sehen, was aus der alten Asbestfabrik etwas nördlich von Nonza geworden ist. Sie steht immer noch, aber sämtliche Zugänge sind versperrt oder zugemauert.

 

 

Wir verlassen das Cap Corse und steuern über St. Florent die Desert des Agriates an, ein fast unbewohntes Gebiet am Golfe de St. Florent.

 

 

 

Auf einer buckeligen Piste holpern wir Richtung Küste.

 

 

Das Gemecker kommt nicht von genervten Anwohnern, sondern von bettelnden Ziegen.

 

 

Am Plage de la Saleccia werden wir vom Campingplatzbesitzer vertrieben, aber sein Platz sieht von außen wenig einladend aus.

 

  

Wir fahren zurück und biegen auf eine andere Piste zum Meer hin ab. Traumhafte Ausblicke lassen uns die vorausgegangene Enttäuschung schnell vergessen.

 

 

 

 

Die anfangs gut befahrbare Piste wird immer schlechter und immer steiniger.

 

 

Wir quälen unsere Reifen durch grobe Steine,

 

 

bis uns die Sache für unseren hohen Aufbau endgültig zu schief wird und wir umkehren. Mit einem leeren Geländewagen wäre es ganz sicher ein Vergnügen gewesen....

 

 

Wir folgen der Küste nach Westen und übernachten an menschenleeren Stränden. In ein paar Wochen beginnt aber auch hier die Saison, und dann ist es vorbei mit Ruhe und Einsamkeit.

 

 

 

 

Auch im Fango-Tal ist es noch friedlich.

 

   

 

  

Galeria erreichen wir über die schmale Küstenstraße, die immer wieder mit spektakulären Ausblicken aufwartet.

 

 

 

 

 

Porto ist bereits für den großen Ansturm gerüstet, die Sonnenschirme stehen schon in Reih und Glied am Strand.

 

 

Kurz nach Porto beginnen Les Calanche, das schmale Teerband führt durch wilde Felslandschaft.

 

 

 

 

 

 

Ajaccio lassen wir dieses Mal einfach aus und suchen uns einen einsamen Stellplatz oberhalb eines weiteren Traumstrands.

 

 

 

"Wilde" Stellplätze sind auf Korsika selten geworden, zu sehr hassen die Korsen die "weiße Pest" - Wohnmobile. Deshalb ziehen wir uns in Propriano auf einen schattigen Campingplatz an einem kleinen Fluß zurück.

 

 

Wir wundern uns bereits, daß an korsischen Zapfsäulen neuerdings Autoschlangen stehen. Als wir in Propriano endlich eine Zeitung ergattern, ist es bereits zu spät: die Tankstellen werden bestreikt, und wir haben nicht mal genug Diesel im Tank um zurück nach Bastia zu fahren! Wilde Pläne spuken durch unsere Köpfe: fahren wir nach Bonifacio, setzen nach Sardinien über, tanken dort randvoll, setzen wieder über nach Korsika und fahren schnurstracks zur gebuchten Fähre nach Bastia? Oder hoffen wir, daß der Streik bald zu Ende ist? Schließlich steht die Entscheidung fest: wir fahren so spritsparend wie möglich durchs Landesinnere Richtung Bastia.

In Corte nähert sich die Tankanzeige allmählich dem roten Bereich und irgendwo wollen wir es uns auch noch so gemütlich wie möglich machen - also fahren wir ins Restonica-Tal und nisten uns am höchsten Punkt des bewaldeten Campingplatzes mit Blick auf die Restonica ein.

 

 

Unser schon etwas altersschwacher Hund freut sich über zwei Tage Fahrpause mit Wanderungen an den Fluß.

 

 

 

Die Lebensmittel gehen zur Neige und wir fahren einkaufen. Just da fährt ein Tankzug in die bis jetzt trockene Tankstelle! Wir füllen den Tank randvoll und brechen noch am gleichen Vormittag auf - aber zurück in den Süden, nach Bonifacio!

 

 

Nach einem längeren Spaziergang durch die Altstadt finden wir uns im Hafen ein für unser schon traditionelles Abendessen in einem der zahlreichen Restaurants. Auf der Suche nach einem romantischen Übernachtungsplatz landen wir auf einer Klippe mit prächtiger Aussicht auf einen vor Bonifacio liegenden Fünfmaster.

 

 

Eine alte Festung wartet auch schon auf uns. Es wird eine äußerst windige Besichtigung.

 

 

 

 

Unsere Fähre geht in zwei Tagen, also begeben wir uns entlang der Ostküste nordwärts auf einer autobahnähnlich ausgebauten Straße. Zum Ausgleich für die öde Fahrt suchen wir uns noch einen (sehr) schmalen Weg landeinwärts, der auch recht schnell an Höhe gewinnt. Das Sträßchen ist kaum so breit wie unser Fahrzeug, und es gibt keine Ausweich- oder Wendemöglichkeit!

 

Wir wollen allmählich wieder zurück ans Meer, können aber nicht wenden! Der Weg führt mittlerweile steil himmelwärts, DIE Gelegenheit für ein Stoßgebet, daß uns bitte bitte kein Fahrzeug entgegenkommen möge. Da taucht ein bis dahin unsichtbares Dorf auf mit einer Art Stadttor. Uns stockt der Atem: ob der Landrover mit Aufbau da durch paßt? Wäre das Tor nur 5 cm schmäler gewesen, hätten wir 12 km im Rückwärtsgang den Berg runter fahren müssen! Wir rangieren durch das Tor und treffen auf Gegenverkehr, der aber innerhalb des Dorfs kein Problem mehr darstellt. Glück gehabt!

 

An der schmalsten Stelle der Insel wechseln wir von der Ost- an die Westküste und verbringen unsere letzte korsische Nacht auf einem netten Campingplatz bei St. Florent.